08 August 2018

U-Bahn: Ungenutzte Potentiale unter Tage – U-Bahn-Infrastruktur im Land Berlin, aus Senat

www.berlin.de Frage 1: Über welche Tunnelinfrastruktur für U-Bahnen verfügt das Land, die a) derzeit von der BVG genutzt wird (z.B. für Verkehr, Versorgungsschächte, Reparaturgleise) und b) anderen Akteuren (z.B. Wasserbetriebe, Berliner Unterwelten e.V. sowie c) die bislang überhaupt nicht genutzt werden? (bitte aufschlüsseln nach Lage, Anbindung bzw. Verwendung für U-Bahn-Linien, Art der Nutzung) Frage 2: Welche Kenntnisse hat der Senat über Möglichkeiten zu Lückenschlüssen in der bislang ungenutzten Tunnelstruktur? Antwort zu 1 und zu 2: Die Fragen 1 und 2 werden wegen ihres Sachzusammenhanges gemeinsam beantwortet: Eine Aufbereitung der Vorratsbauten und der Einschätzung zur Nutzbarkeit für einen aktiven U-Bahnbetrieb finden sich in der Drucksache 18/10731, der Drucksache 18/11218 sowie in der Drucksache 18/12939. Die Frage fällt nicht allein in die Zuständigkeit des Senates. Hinsichtlich der Vorratsbauten können jedoch aufgrund von Angaben der BVG folgende Aussagen getroffen werden: U1: Unter dem U-Bahnhof Adenauerplatz der U7 ist bereits ein U-Bahnhof für die U1 im Rohbau vorhanden. Weiterhin existiert eine Kehranlage mit ca. 150 m Tunnel am UBahnhof Uhlandstraße. 2 U2: Hinter dem U-Bahnhof Pankow befindet sich ein ca. 200 m langer Tunnel, der derzeit als Kehranlage für die U2 genutzt wird. Im U-Bahnhof Rathaus Spandau befinden sich ein 4- gleisiger Bahnhof sowie unterirdische Überwerfungsbauwerke. U3: Hinter dem U-Bahnhof Krumme Lanke befindet sich eine Kehranlage sowie ca. 150 m Tunnel. U5: Vorleistungen finden sich am U-Bahnhof Hauptbahnhof mit einem ca. 400 m langen Tunnel in Richtung Turmstraße. Im Bereich des Bahnhofs Jungfernheide existiert ein 400 m langer Tunnel. Des Weiteren nutzt die U7 nur die übereinanderliegenden westlichen Bahnsteigkanten des U-Bahnhofes Jungfernheide, während die östlichen Bahnsteigkanten für die geplante U5 vorgesehen waren. U8: Hinter dem U-Bahnhof Wittenau befindet sich eine Kehranlage sowie ca. 500 m Tunnel. U9: Hinter dem U-Bahnhof Schloßstraße befindet sich ein Bahnhof im Rohbau sowie 700 m Tunnel. U10: U-Bahnvorratsbauwerke für die U-Bahnlinie 10 finden sich an den U-Bahnhöfen Alexanderplatz, Potsdamer Platz, Kleistpark, Innsbrucker Platz und Schloßstraße. Frage 3: Welche a) Vorteile sieht der Senat in der Ausweitung der U-Bahn-Infrastruktur im Land Berlin und b) welche Nachteile sieht der Senat in selbiger? Frage 5: Welche Pläne verfolgt das Land Berlin bzw. die landeseigene BVG derzeit bei einer Verlängerung der U1? Frage 6: Welche Pläne verfolgt das Land Berlin bzw. die landeseigene BVG derzeit bei einer Verlängerung der U2? Frage 7: Welche Pläne verfolgt das Land Berlin bzw. die landeseigene BVG derzeit bei einer Verlängerung der U3? Frage 8: Welche Pläne verfolgt das Land Berlin bzw. die landeseigene BVG derzeit bei einer Verlängerung der U6 zum Areal des Flughafen Tegel? 3 Frage 9: Welche Pläne verfolgt das Land Berlin bzw. die landeseigene BVG derzeit bei einer Verlängerung der U7 in die Großsiedlung Falkenhagener Feld sowie zum zukünftigen Großflughafen BER? Frage 10: Welche Pläne verfolgt das Land Berlin bzw. die landeseigene BVG derzeit bei einer Verlängerung der U8 in die Großsiedlung Märkisches Viertel? Antwort zu 3 und zu 5 bis zu 10: Die Fragen 3 und 5 bis 10 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Vorteile von U-Bahn-Infrastruktur sind unter anderem eine hohe Leistungsfähigkeit und eine hohe Geschwindigkeit sowie eine Führung, die von den weiteren Verkehrsträgern unabhängig ist. Nachteile sind hohe Kosten und lange Realisierungszeiträume. Maßnahmen zu U-Bahnnetzerweiterungen werden gemäß des Auftrags des Abgeordnetenhauses im Kontext der Erarbeitung des Stadtentwicklungsplanes Mobilität und Verkehr bewertet. Frage 4: Mit welchen Beträgen kalkuliert die zuständige Senatsverwaltung für den Bau von einem Kilometer UBahninfrastruktur bei seinen Planungen? Antwort zu 4: Die Baukosten für U-Bahnstrecken sind sehr stark abhängig von der Lage der geplanten Trasse, vom Baugrund und anderer Randbedingungen und belaufen sich auf ca. 100 bis 200 Mio. € pro km, können in Einzelfällen, wie z.B der U-Bahnlinie 5, davon aber auch deutlich abweichen. Frage 11: Welche Pläne verfolgt das Land Berlin bzw. die landeseigene BVG zum Bau oberirdischer U-Bahn- Infrastruktur? Antwort zu 11: Die Ausgestaltung möglicher U-Bahnverlängerungen könnte sich erst mit verfestigten Planungen ergeben. Dies ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht der Fall. Berlin, den 14.06.2018 In Vertretung Jens-Holger Kirchner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

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